Es gibt Gerüchte, die nur schwer auszurotten sind. Hier räumen wir mit ein paar der am weitesten verbreiteten Märchen auf.
Gerücht 1: Ein Flug- Ticket kostet am Sonntag ebenso viel wie am Dienstag – FALSCH
Es macht einen Unterschied. Sonntag und Montag sind die beiden buchungsintensivsten Tage in der Woche und deshalb teurer wie Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Achten Sie mal bei der nächsten Buchung darauf.
Gerücht 2: Überlebenschance bei einem Absturz ist gleich null – FALSCH
Eigentlich hat jeder Fliegende Angst vor einem Absturz. Der Eine zeigt es mehr – der andere zeigt es weniger offen. Eine große Untersuchung des staatlichen US-Bundesamtes für Transport-Sicherheit kam zu der Überzeugung, dass mehr als 95 Prozent der Passagiere einen Absturz überstehen. Grundlage war eine Studie über 20 Jahre in denen Flug-Unfälle analysiert wurden. Heraus kam dabei, dass die Wahrscheinlichkeit, den nächsten Flug nicht zu überleben, bei 1:60 Millionen liegt. Bestes Beispiel dafür ist der deutsche Chorleiter Gotthilf Fischer, der hat schon drei Abstürze überlebt. Also, rein statistisch können Sie 160.000 Jahre täglich einen Flug absolvieren und jede Menge leckeren Tomatensaft trinken.
Gerücht 3: Außentüren während des Fluges öffnen möglich – FALSCH
Es gibt Spielfilme, in denen man sieht, wie jemand während des Fluges eine Türe vom Flugzeug öffnet und die restlichen Menschen an Bord in Panik versetzt. So ein Film wird auch schon mal während der Flugreise gezeigt. Auch die Medien helfen, das Märchen zu verbreiten. Im wahren Leben ist es völlig unmöglich, eine Kabinentür während des Fluges zu öffnen. Der Druck im Inneren des Fliegers verhindert das Öffnen, weil vorher die Türe nach innen und dann erst nach außen geöffnet werden kann. Je höher das Flugzeug fliegt – desto stärker sind die Druckunterschiede und niemand kann die Türe auch nur einen Millimeter bewegen. Das geht erst, wenn das Flugzeug gelandet ist.
Gerücht 4: Im Flugzeug schneller betrunken, als am Boden – FALSCH
Es wird behauptet, dass ein alkoholisches Getränk im Flugzeug dreimal stärker wirkt als auf dem Erdboden 10.000 Meter weiter unten. Maßgeblich ist der Alkoholspiegel im Blut, und der wird von Höhenunterschieden nicht beeinflusst. Das Gefühl der Betrunkenheit kommt vielmehr dadurch, dass in der Flugzeugkabine weniger Sauerstoff vorhanden ist. Der fehlt dem Gehirn und es kann ein leichter Schwindel auftreten.
Gerücht 5: Ein Mobiltelefon, das nicht ausgeschaltet, stört den Funkverkehr – FALSCH
Ein weitverbreitetes Gerücht besagt, dass Mobiltelefone Auswirkungen auf die Navigationssysteme des Fliegers haben können und im Cockpit allerlei Unheil anrichten. Tatsache aber ist, dass es bislang keine glaubhaften Beweise dafür gibt, dass sie die Funktionsweise eines Flugzeuges beeinträchtigen. Alle Flugzeuge sind gegen fremde Funksignale gründlich isoliert. Ihre Kommunikations- und Navigationsinstrumente senden auf anderen Frequenzen als es Mobiltelefone tun. Der noch teilweise anhaltende Bann (einige Fluggesellschaften haben diesen bereits auf Langstreckenflügen aufgehoben) dient eigentlich dazu, Kommunikations-Probleme am Boden zu verhindern. Telefoniert man mit dem Handy aus dem Flugzeug heraus, kann das Signal an mehreren Funktürmen ankommen und andere Teilnehmer blockieren. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist, dass die Fluglinien verhindern wollen, dass während des Bordverkaufs telefoniert wird und der Fluggast vom Wesentlichen abgelenkt wird.
Gerücht 6: Toiletten werden über den Wolken geleert – FALSCH
An dieser “Scheiß- Behauptung” ist rein gar nichts dran. Die Toiletten in Flugzeugen arbeiten mittels eines Vakuums, das alles in einen Tank, der im Flugzeug integriert ist, saugt. Nach jedem Flug wird er am Airport entleert. Was wirklich in die Luft gelangt, ist das Wasser aus den Waschbecken. Es wird sehr fein zerstäubt und verdunstet in der Luft sofort. In ganz wenigen Fällen bilden sich Eis-Klumpen vom Kondenswasser der Klimaanlage an Bord. Da ist es auch schon mal vorgekommen, das sich ein solcher Brocken durch ein Hausdach gebohrt hat – erschlagen davon wurde noch niemand.
Gerücht 7: In der Luft schmeckt Tomatensaft um Längen besser – RICHTIG
Der Saft des Nachtschatten-Gewächses, Tomate, ist anders als am Boden im Flugzeug heiß begehrt. Verbessert wird der Geschmack noch durch Sellerie-Salz und Pfeffer. Warum dort oben die rote Pampe so gut schmeckt, hat das Fraunhofer-Institut herausgefunden: Der Druck in einer Flugzeug-Kabine liegt auf einem Niveau von ungefähr 2.500 Metern. In dieser dünnen Luft sind die Geschmacks- und Geruchsnerven erhöht sensibilisiert. Der Geschmack wird intensiver wahrgenommen. Deshalb betört Tomatensaft in luftiger Höhe die Sinne.
