IATA:
Abkürzung für International Air Transport Association. Hierbei handelt es sich um eine Organisation auf freiwilliger Basis der Linienfluggesellschaften. Tarife und Serviceleistungen werden darin abgestimmt. Gravierende Konkurrenzaktionen werden damit vermieden. Geschenke für Reisende in der ersten Klasse dürfen eine gewisse Höhe nicht übersteigen. Ob Ihnen statt der üblichen fünf Kekse nur noch drei gereicht werden, kann durchaus von der IATA entschieden worden sein. Die Mitgliedschaft in der Organisation hebt das Prestige der Airline. Russische und chinesische Gesellschaften sind selten darin vertreten. Die “Singapore Airlines” ist zum Beispiel nicht darin vertreten und kann somit Service-Leistungen bieten, die den Rahmen der IATA deutlich sprengen würden. So mancher Passagier stellt sich bei einer fernöstlichen Airline unter “Stewardessen-Service” Dinge vor, die dann so doch nicht erfüllt werden - zumindest nicht an Bord.
ILS:
Instrumentenlandesystem - nicht zu verwechseln mit dem Autopiloten. Schon seit Jahrzehnten wird nach diesem funktechnischen Verfahren auf Kursleitstrahl und Gleitpfad gelandet. Der Anflug kann bis zur Landung vorprogrammiert werden. Bei gewissen extremen Wetterlagen muss allerdings diese Automatik ausgeschaltet werden. Bei starkem Querwind oder bei sogenannten Scherwinden im Gefolge von Gewitterböen ist weiterhin die Kunst des Piloten notwendig. Bei der Ausbildung der Piloten wird das entsprechend berücksichtigt. Freilich darf man in der Zeit der “Technik-Götzenverehrung” nicht fragen: Wenn es der Pilot sowieso können muss, wofür dann die ganze kostspielige Automatik? Zumal, wenn die Fliegerei von Hand auch noch einen riesen Spaß macht. Damit der Spaß aber nicht zu groß wird, hat man den Piloten in den modernen Maschinen die gehabte Steuerung durch einen kleinen Hebel an der Seite, den “Sidestick” ersetzt.
Inauguration Flight:
Eröffnungsflug. Wie schon oft im Fernsehen gesehen, ein mit großem Trara, massenhaft Sekt und unter Anteilnahme der Presse veranstaltetes Happening. Die Crew trinkt dabei Wasser. Die meisten Anwesenden haben mit dem eigentlichen Flug rein gar nichts zu tun. Das ganze Brimborium wird dann am Zielort noch einmal veranstaltet. Meistens wird dort die Besatzung vom Bürgermeister (in der letzten Zeit mehr vom Stellvertreter) zum Festessen eingeladen. Auch da gibt es Alkohol satt. Die Crew jedoch darf den nicht anrühren, weil die “Alkoholverdunstungsstunden” für den Rückflug am nächsten Tag zu kurz sind. Viele mit großem Pomp eröffnete Strecken sind kurze Zeit später wieder, weil sich die Planungskoryphäen im Passagieraufkommen schlichtweg geirrt hatten, ganz geräuschlos eingestellt worden. Bestes Beispiel ist die Strecke von Frankfurt nach Turin. Als der Pilot, der die Strecke schon zum zweiten Mal eröffnen durfte, darauf hingewiesen hatte, tat sich bei den Betroffenen eine große Gedächtnislücke auf. Aber das kennen wir ja auch zur Genüge von unseren Politikern.
Inflight Entertainment:
Kaum hat das Flugzeug unter dem jahrzehntelangen Forschungsaufwand der Aerodynamik die Schwerkraft überwunden und sich in die Lüfte erhoben, beginnen die Stewardessen Verhältnisse herzustellen, wie sie am Boden vorzufinden sind. Das geliebte Trivialzeugs muss herbei: Bier, Zeitungen und Zeitschriften sowie Musik aus der Armlehne. Alles, was es auf dem gerade mit viel technischem Aufwand entflohenem Boden an jedem Kiosk zu kaufen gibt. Höhepunkt des Fluges ist dann das Bordfernsehen. Zum Zeitvertreib wird der → Bordfilm abgespielt. Dazwischen werden Land und Leute am Zielort vorgestellt - unterbrochen von nützlichen Verbraucherinformationen.
INS:
Inertial Navigation System. Auf gut deutsch übersetzt: Trägheitsnavigationssystem. Damit haben schon die ersten Astronauten den Mond zielsicher erreicht. Bevor das System für den zivilen Luftverkehr genau genug war, wurden noch viele Versuchsreihen durchgeführt. Trotzdem waren am Anfang fehlerhafte Kursabweichungen fast alltäglich. Mit dem Abschuss einer vollbesetzten Maschine des Fluges “Korean 007″ wegen erheblicher Kursabweichungen in der Nähe der Sowjetischen Küste bei Sachalin hatte das allerdings nichts mit dem INS zu tun. Vor der Einführung des INS, Anfang der 70er Jahre, flog bei Polüberflügen und auf den Überwasserstrecken immer ein Navigator mit.
Interphone:
Das Bordtelefon mit der sich die Besatzung unterhält und Ansagen für die Fluggäste getätigt werden. Manchmal kommt es zu Fehlschaltungen durch die Bedienenden. Dann können die Passagiere mithören, was sie nicht mithören sollen. Dann zum Beispiel, wenn der Purser die Stewardess über Interphone beauftragt, dem Pax auf 12 B einen Whisky mit einem kleinen Schuß Wasser bringen soll, weil er schon den siebten “Jack Daniels” gesüffelt hat und schon leicht angetrunken beim Boarding erschienen war.
Irregularities:
Unregelmäßigkeiten an Bord, die berichtspflichtig sind. Nehmen wir ein Beispiel: in Rio de Janeiro steigen fünfunddreißig chinesische Seeleute ins Flugzeug, die dort ein Schiff angelandet haben und auf dem Heimweg nach Hongkong sind. Während des Fluges schütten diese sich mit Alkohol zu und belästigen die Stewardessen. Im Normalfall greift der Steward oder der → Purser ein. Früher holte man sich noch zusätzlich den Flugingenieur zu Hilfe. Den gibt es in den modernen Maschinen aber nicht mehr und die beiden Piloten haben auch so alle Hände voll zu tun. So muss die Cabinen-Crew ganz allein mit Passagieren, die der Stewardess an die Wäsche wollen, fertig werden.
