J - wie “Jet-Oma”

Jetlag:
Unwohlsein verursacht durch die Zeitverschiebung. Besonders leiden darunter unsere “Macher”, die im festen Glauben sind, nach einem Nordatlantikflug unmittelbar nach der Landung in New York noch brauchbare und positive Verhandlungen führen zu können. Der Mensch ist aber nur in der Lage pro Tag zwei Stunden gegenüber seiner “inneren Uhr” auszugleichen. Da die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Amerika rund sechs Stunden ausmacht, braucht man drei volle Tage um sich auf die Ortszeit in New York einzustellen. Die Crews der Airlines erreichen diese Harmonie niemals. Sie sind meistens vorher schon auf dem Flug in die Gegenrichtung. Das verschärft den Jetlag und geht auf die Gesundheit der Menschen.

Jet-Oma:
Respektlose Bezeichnung für eine Stewardess, die nicht mehr die Jüngste ist. Erst durch mühsam erkämpfte Verträge können Stewardessen und Stewards inzwischen genauso lange fliegen wie die Piloten - bis zum 55. Lebensjahr. Eine Kündigung wegen des Alters ist nicht mehr möglich. Die Airlines “vergolden” eine freiwillige Kündigung seitens des Arbeitnehmers mit einer großzügigen Abfindung, auch “Golden Handshake” genannt. Die meisten verzichten auf diese Prozedur und bleiben bis zum bitteren Ende. Im Bordservice sind sie jedoch kaum anzutreffen. Die meisten haben Verwaltungs- und Checkaufgaben am Boden.

Jetstream:
JetstreamSchmales Sturmband, in dem sehr hohe Windgeschwindigkeiten anzutreffen sind. Fatale Bekanntschaft mit diesen Starkströmungsbändern, die am Rande der Tropopause, die in West-Ost-Richtung auftreten, machten erstmals die Bomberpiloten der amerikanischen Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Sie sollten von ihren amerikanischen Stützpunkten aus Japan angreifen. Wegen der gewaltigen Gegenwinde erreichten sie ihr Ziel nicht. Beim vorzeitigen Rückflug gingen viele der Bomber wegen Treibstoffmangels auf dem Wasser nieder. Die stärksten Winde beobachten die Piloten zwischen Anchorage, Alaska und Tokio. Windgeschwindigkeiten von 200 Knoten (rund 380km/h) sind keine Seltenheit. Flugzeuge, die auf der Nordatlantik-Route in Richtung Europa unterwegs sind, nutzen den Jetstream zur Verkürzung der Flugzeit und zur Kraftstoffersparnis.

Jumbo:
Antonov, Airbus, BoeingIm Biologie-Unterricht haben wir gelernt, dass Elefanten gar nicht fliegen können. Die Bezeichnung für die Boeing 747 (max. Startgewicht ca. 400 Tonnen) lässt vermuten, dass es das größte Flugzeug der Welt ist. Ist aber nicht richtig. Seinerzeit hatte sich ein erlesener Kreis von Boeing 747-Piloten diesen Titel unter den Nagel gerissen. Auch sachlich ist die Bezeichnung nicht richtig. In Wahrheit ist der wirkliche Jumbo die russische Antonow AN-225 (max. Startgewicht ca. 600 Tonnen) oder der neue Airbus A-380 (max. Startgewicht ca. 590 Tonnen). Aber, wie schon gesagt, Elefanten können nicht fliegen…

Jumpseat:
Nein, nein, keinesfalls ein Schleudersitz. Es ist der, meist leere, Sitz hinter dem Captain. Er dient als Sitzgelegenheit für einen Checkkapitän oder einen Ausbilder, der den Kapitän überprüft. Firmenangehörige mit Cockpitausweis finden dort Platz, wenn die Mitnahme wegen voller Sitzbelegung gefährdet ist. Es gibt bei den Bürokraten der Luftfahrtgesellschaften immer wieder Kollegen, die am liebsten diesen Sitz auch noch an Vollzahler verhökern wollen.



 

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