Machzahl:
Der österreichische Physiker Ernst Mach ist der Namensgeber. Die Machzahl gibt das Verhältnis der Fluggeschwindigkeit zur Schallgeschwindigkeit an. Also bedeutet Mach 1 die Schallgeschwindigkeit. Acht Zehntel der Schallgeschwindigkeit sind dann Mach 0,80. Die Schallgeschwindigkeit ist keine feste Größe – sie ist abhängig von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und der Höhe.
Maintenance:
Wartung der Flugzeuge in geregelten Abständen. Es gibt allerdings auch - meist exotische - Fluggesellschaften, die mit der Wartung etwas länger warten.
Materialermüdung:
Der erste fatale Fall von Materialermüdung, der zu mehreren Flugzeugabstürzen führte, betraf die “De Havilland Comet”. Die Comet war eines der ersten Düsenflugzeuge für die Beförderung von Passagieren Anfang der sechziger Jahre im letzten Jahrhundert. Um einen Luftdruck in der Kabine zu erreichen, wie er in 1.500 Metern Höhe herrscht, wird die Kabine “aufgeblasen”. Dadurch ergaben sich Risse an den damals noch eckigen Fenstern. Mehrere der Comets zerplatzten und fielen wie ein Stein vom Himmel. Heutzutage sind es meist Haarrisse am Ansatz der Tragflächen an den Rumpf – das ist die am meisten belastete Stelle. Schon im Anfangstadium können heute Risse mit Röntgenstrahlen und Ultraschall geortet werden. Damit wird eine akute Gefährdung schon früh festgestellt. So mussten vor einigen Jahren sämtliche Lockheed C-5 A Galaxis, es ist eines der größten Transportflugzeuge der Welt, → gegrounded werden, weil Risse festgestellt wurden.
Mayday:
Maientag in wörtlicher Übersetzung. Es sind aber beileibe keine “Frühlingsgefühle” wenn die Crew eines Flugzeuges Mayday über den Funk durchgibt. Es hat das alte SOS aus der Zeit des Marconi-Funks auf Kurzwelle abgelöst und ist das Notsignal. Der Tower in Chicago kam ernsthaft ins Schleudern, als kurz hintereinander mehrere Notrufe an die Fluglotsenbelegschaft gingen. Eine vierstrahlige Boeing 747 meldete: “We are on three engines Request priority” (”Wir fliegen nur noch mit drei Triebwerken und erbitten bevorzugte Behandlung”). Also wurden alle anderen Flugzeuge in den → Warteraum verfrachtet. Der Jumbo war gerade gelandet, da kam es über den Äther: “We are on two engines. Request priority” (”Wir fliegen nur noch mit zwei Triebwerken und bitten um bevorzugte Behandlung”). Also das Ganze noch einmal. Kurz darauf landete eine DC-10. Nach kurzem Verschnaufen erhielt die Towercrew einen erneuten Notruf: “We are on only one engine. Request priority” (”Wir fliegen nur noch mit einem Motor und bitten um bevorzugte Behandlung”). Wieder wurden alle anderen Maschinen in die Warteschleife geschickt. Im Tower traute man seinen Augen kaum - hochherrschaftlich landete eine einmotorige “Cessna 172″.
Mittelsitz:
Wer bisher noch nie an Klaustrophobie, Kastrationskomplexen und/oder an Weltuntergangsangst gelitten hat – kann im Mittelsitz zum Paranoiker werden. Bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden unsere psychiatrischen Anstalten voll von Mittel-Sitz-Patienten sein. Aus diesem Sitz, zum Beispiel in einer Dreiherreihe der Boeing 737-300, kommt nur derjenige heil heraus, der bereit ist, seine beiden Ellenbogen rigoros zu gebrauchen. Und zwar so rigoros, dass seine Sitznachbarn ebenfalls reif für die Klapse werden. Harmloses Überlebensutensil für den “Mittelsitzer” ist eine möglichst große Tageszeitung, die er großflächig ausbreiten kann und damit seine Nachbarn unsichtbar macht. Spätestens bei der Essensausgabe taugt der mit den Ellenbogen erkämpfte Freiraum nichts mehr. Schon das winzigste Tablett macht ihn zunichte. Einziger Rat für den Betroffenen in dieser Situation ist, ganz auf den Service zu verzichten. Damit wird wenigstens ein Rest von Menschenwürde erhalten.
Mixed Version:
Der Passagier hat meistens keine Ahnung, wenn sein Flug als “Frachtflug” gilt. Nicht nur Passagiere reisen im oberen Deck mit, sondern auch Frachten. Das sind besonders eilige oder empfindliche Gegenstände, die auf Passagiersitzen reisen. In exotischen Ländern führt das oft zu Verspätungen, weil die Ware nicht pünktlich da ist oder das Verladen nicht klappen will.
Modenschau:
Siehe → Wasserballett oder → Schwimmwestenarie
Motorausfall:
Was so dramatisch klingt, ist bei einem drei- oder vierstrahligen Flugzeug das Geringste, was einem Piloten passieren kann. Dennoch wird so ein Vorfall alle halben Jahre beim Training im Simulator und bei den Überprüfungen in allen Variationen erschöpfend geübt. Wenn nach einem solchen Triebwerksausfall der Captain die Maschine absolut normal landet, macht die Presse daraus eine “Notlandung”. Das ist aber eine grobe Übertreibung der unwissenden Journalisten. Im Berufsleben eines Jet-Piloten kommt es mehrmals vor, dass er ein Triebwerk im Flug abstellen muss. Entweder weil die Temperatur erhöht ist, oder weil der Öldruck nicht im normalen Bereich ist. Manchmal ist es auch nur eine Warnlampe, die Aufleuchtet und später stellt es sich als Fehlalarm heraus. Wenn ein Motor ausfällt, wird meistens mit den intakten Turbinen bis zum Zielflughafen weitergeflogen. Es sei denn, auf der Strecke ist ein Airport, der über Mechaniker und Ersatzteile für das Flugzeug verfügt – dann wird der Flieger dort gelandet. Von einer Not ist dabei niemals die Rede.
Mühle:
Wenn sich Laien besonders sachkundig ausdrücken wollen, sprechen sie von der Mühle – nicht vom Flugzeug.
