Über-die-Dörfer-Gehen:
Viele Zwischenlandungen während eines Fluges von A nach B. Eine bekannte innerdeutsche “Dorfroute” ist zum Beispiel die Strecke: Nürnberg-Köln-Hamburg-Bremen-Düsseldorf. Während sich die Passagiere einen Streckenabschnitt auswählen, fliegen die Besatzungen den ganzen Weg. Selbst auf dem letzten Abschnitt erwartet der Passagier, dass die Crew genau so fit ist, als wäre sie mit Zugestiegen und nicht schon seit dem frühen Morgen über die Dörfer unterwegs – immer bemüht, den Fluggast zu verwöhnen. Und das schon eine Woche lang - Tag für Tag.
Übergepäck:
Normalerweise kann in der Economy-Klasse Gepäck bis zu 20 Kilogramm ohne Aufpreis mitreisen. Erste-Klasse-Passagiere dürfen 30 Kilo aufgeben. Im Alltag drücken die Bediensteten am Schalter beim Checkin bei wenig mehr Gewicht ein Auge zu. Wenn aber Extrakilos zu bezahlen sind, kostet das Kilo ein Prozent des Erste-Klasse-Preises. Das Gepäck wird somit besser behandelt als der Passagier, der ja nur Economy fliegt. Anders halten es manche “Billigfluglinien”. Die kassieren ab dem ersten Kilo Gepäck kräftig ab und treiben den Schnäppchenpreis kräftig nach oben.
Überschallflugzeug:
Siehe auch → Concorde. Nach der Einmottung der letzten Exemplare der Concorde gibt es zurzeit kein Überschallflugzeug zum Transport von Passagieren. Ob jemals wieder ein solches Objekt über das Reißbrett-Stadium hinauskommt – wer weiß es?
Überschallknall:
Überlandstrecken für die mittlerweile eingemottete Concorde mussten seinerzeit gestrichen werden aus Angst der Bevölkerung vor dem Überschallknall. Es ging um den “kommenden Lärm”, gegen den sich Dutzende Bürgerinitiativen richteten. Dabei hatten die Demonstranten schon längst täglich dutzendfach über ihren Köpfen mit dem Überschallgeräusch Bekanntschaft gemacht, den die Düsenjäger des Militärs erzeugten. Es sieht so aus, als sei dieser Krach zum unhörbaren Tabu geworden.
Umweltschutz:
Für den Laien sind es die Jetpiloten, die als Umweltsünder gelten. Das trifft aber nur auf die Düsenjäger der Luftwaffe zu, welche unser Vaterland gegen irgendjemanden schützen müssen und zu diesem Zweck über die Republik im Tiefstflug mit voller Power hinwegdonnern und die Umwelt verpesten. Sie kommen ihrem Verteidigungsauftrag nach und verteidigen den deutschen Bürger wahrscheinlich gegen Ruhe und Stille. Die Verkehrsfliegerei ist schon seit Anfang der siebziger Jahre mit schonenden Anflugverfahren bemüht, die Anwohner der Flughäfen vor Lärm - auch der ist Umweltschmutz - zu schützen. Die Piloten haben dadurch mehr Stress – der Bürger hat mehr Stille. Auch das Abflugverfahren wurde lärmmäßig optimiert. Riskante Kurven wurden geflogen, um schnell auf unbewohntes Gebiet zu kommen. Der Absturz eines vierstrahligen Flugzeugs auf dem New Yorker Kennedy-Airport war die Folge der Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Verfahrens. Die rasanten Entwicklungen in der Optimierung der Triebwerke haben ebenfalls zur Reduzierung von Fluglärm beigetragen. Gleichzeitig wurden die Abgase wesentlich “sauberer” und erfüllen die heutigen strengen Normen. Wer schwarze Abgasfahnen sehen will, muss nach militärischen Tieffliegern suchen.
Unrentabilität:
Wenn Flugzeuge einer Fluggesellschaft permanent unterbesetzt sind, dann tritt eine Unrentabilität ein. Stewards und Stewardessen jammern demonstrativ, wenn auf Kurzstrecken die Kabine voll ist. Eine fast leere Kabine führt dagegen zu trauriger Melancholie. Wenn Heinrich Heine die “Elegie einer Stewardess” geschrieben hätte, würde sie wohl so klingen:
Trauer, Trauer zieht mir durchs Gemüt:
Wo sind nur die Leute?
Niemand kümmert’s, was geschieht,
Fährt wohl jeder Auto heute?
Schenk mir ein, ich trinke aus,
ich will den Gram begießen;
wenn du einen Fluggast siehst,
sag ihm, ich lass’ ihn grüßen.
