Teneriffa

Wappen von Teneriffa

Die Kanareninsel Teneriffa rüstet auf mit einer Menge neuer und luxuriöser Ferien-Resorts. Sie locken mit ausgezeichneter Küche, edlen Spa-Bädern und imposanter Natur direkt vor der Eingangstür.

Es ist kein Novum, dass man sich auf Teneriffa auch im Winter bräunen und der deutschen Kälte entziehen kann. Surfer rühmen seit Anfang der 70er-Jahren die Wellen und den Wind bei El Médano im Südosten. Urlauber mit kleiner Urlaubskasse und Spaß am Highlife fahren nach Playa de las Américas im Südwesten, und die Wanderer aller Schwierigkeitsstufen schnüren ihre robusten Stiefel für die Schluchten und Städtchen des Nordens der Insel. So war es mehrere Jahrzehnte lang.

El Médano Playa de las Américas La Orotava

Seit einiger Zeit jedoch verändert sich die Insel. Sanierungswürdige Billighotels werden nicht mehr renoviert, sondern gleich niedergerissen, um Platz für Neues zu schaffen. Und das, was neu erbaut wird, hat eine andere Kundschaft im Auge: Ziemlich viele luxuriöse Ferien-Anlagen haben in den letzten Jahren eröffnet. Neun Golfplätze stehen inzwischen den Freizeitspielern zur Verfügung.

Gran Hotel Bahia del Duque

Schon bestehende Luxusanlagen erweitern ihr Angebot um “Private Villen” - das sind üppig bemessene, von Innenarchitekten eingerichtete Ferienhäuser mit eigenem beheizten Pool und Butler-Service auf dem Areal des Resorts. Sehr gute Hotels werden mit großen Spa-Bädern veredelt. Gerade eröffnete im “Gran Hotel Bahia del Duque” in Costa Adeje das größte Spa-Bad der Insel.

Luxus-VillaGut betuchte Hotelgäste relaxen hier zwischen gewellten Wänden aus sandfarbenem tinerfeñischem Stein auf drei Ebenen mit insgesamt circa 6.500 Quadratmetern. Der Duft von Zitronen umgibt die Rezeption, Rosmarin-Duft wallt durch die die Entspannungsräume, und im Garten plätschert ein Wasserfall. Für ihre Anwendungen greifen die fast 50 Therapeuten auch zu Dingen, die sie direkt vor der Haustür finden: Mit Bananen- und Aloe-Vera-Packungen, Vulkansteinen für “Hot-Stone-Massagen” und Packungen aus Lavaerde haben sie eine kanarische Form der Wellness entwickelt. Und wer selbst den Wellnessbereich eines Fünf-Sterne-Hotels noch zu gewöhnlich findet, kann stundenweise “Private Spas” mieten - eigene Räumlichkeiten mit Sauna, Pool und wohltuenden Behandlungen - ganz nach Wunsch.

Abama Golf & Spa Resort

Mit den noblen Unterkünften ist auch die edle Küche nach Teneriffa gekommen. Der Baske Martín Berasategui, der in seiner Heimat mit drei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde, kocht im Restaurant “M. B.” im “Abama Golf & Spa Resort” in Guía de Isora, im Süden der Insel. In dieser Hotelanlage, für die nur maurisch anmutende Bungalows an den Hang geklebt wurden, fährt man mit dem Fahrstuhl an den Strand, wie man es sonst nur aus Filmen kennt.

Die meisten Adressen für Gourmet-Restaurants auf der Insel befinden sich in den Spitzenhotels.

Hotel Botánico

Recht kalorienarm, aber deswegen nicht minder köstlich, kocht Carlos Devincenzi im Restaurant “Al Fresco” im “Hotel Botánico” in Puerto de la Cruz. Die meisten Speisen seiner Menüs werden fettfrei “vakuumgegart”, eine neue Art des Kochens in der modernen Küche. Vorzüglich essen kann man auch im “El Patio” des “Hotels Jardín Tropical” in Adeje.

Bei den vielen geschmackvollen und entspannenden Angeboten fällt es schwer, seine Ferienanlage überhaupt zu verlassen. Sicherlich kann man sich sehr gut zwei Wochen lang ausschließlich zwischen dem eigenen Pool, exklusiven Massagen, den diversen Restaurants und dem Golfplatz bewegen. Trotzdem sprechen drei Gründe für einen Aufbruch: der einzigartige Nationalpark des Teide, der seit Kurzem sogar zum Weltnaturerbe der UNESCO gehört. Der grüne Norden der Insel und die Hauptstadt Santa Cruz, die sich gerade mit internationaler Architektur fein gemacht hat.

Teide Nationalpark Der Norden Teneriffas Konzerthaus Santiago Calatrava in Santa Cruz de Tenerife

Nur einige Kilometer von der sonnigen und trockenen, touristisch voll erschlossenen Südwestküste entfernt, wähnt man sich bereits auf einer ganz anderen Insel. In engen Kurven windet sich die Straße bergauf durch idyllische Dörfer, an kleinen Terrassen-Feldern und braunen Ziegen-Herden vorbei. Es wird immer grüner.

Kiefernwälder

Durch wohlriechende Kiefernwälder führt der Weg ins Zentrum der Insel, zum “Parque National del Teide”. Fast ewig erscheinend geht es aufwärts, denn der Nationalpark liegt in Höhen ab zweitausend Metern.

Dann, wenn die Landschaft auf dem Weg dorthin schon wie eine andere Insel ausgesehen hat, so ist die der “Cañadas” eine ganz andere Welt - irgendwie sogar außerirdisch. Vulkanausbrüche, Wind und Wetter haben eine bizarr wirkende Gegend geschaffen und dem Gestein irre Formen eingeschliffen.

Parque National del Teide

Kilometerweit nichts als ein Meer aus Lavagestein, das in allen Farben schimmert, dann eine braungraue Ebene, manchmal durchsetzt mit grünen Pflanzen-Büscheln. Darin erhebt sich majestätisch der Teide, der genauso aussieht, wie ein Kind einen Vulkan malen würde - braun und kegelförmig. Das Plateau, das den Teide umgibt,  ist ein noch viel größerer Vulkankrater, doch dem hat die Erosion die Ränder abgenagt.

Las Cañadas Las Cañadas Las Cañadas und der Pico del Teide

Blick vom Teide

Schwarze Lavafelder liegen immer wieder am Weg, wie vergossener Brei. Mehrere Science-Fiction-Filme wurden hier gedreht: “Kampf der Titanen”, “Per Anhalter durch die Galaxis”, “Reise ins Innere der Erde”. Den 3.718 Meter hohen Teide kann man besteigen. Für den Gipfel braucht man eine Genehmigung. Eilige und Untrainierte befördert eine Seilbahn bis auf 3.555 Meter Höhe. Es empfiehlt sich eine warme Jacke, denn da oben ist es auch in den Sommer-Monaten ziemlich kalt. Dafür blickt man bei gutem Wetter über den gesamten kanarischen Archipel und manchmal sogar bis zur afrikanischen West-Küste.

Bananenplantage

Im Kontrast zu dieser Mondlandschaft steht der Norden von Teneriffa. Von den faszinierenden, öden Ebenen des Nationalparks abwärts geht es wieder durch die Kiefernwälder des Teno-Gebirges bis hinunter an die Nordküste. Dort führt die Schnellstraße vorbei an riesigen Bananenplantagen mit Herren-Häusern im Kolonialstil.

Garachico

Bei starkem Wellengang spritzt die Gischt hoch an die Felsen von Garachico, dem hübschesten Städtchen des Nordens. Leuchtend weiße Häuschen stehen vor schwarzen Lavafelsen, das historische Zentrum mit Kopfsteinpflaster, Kirchen und Adelspalästen aus dem 18. Jahrhundert ist komplett erhalten - obwohl ein Vulkanausbruch 1709 nur noch diesen Rest von der großen Stadt übrig gelassen hat.

Im Café an der “Plaza de la Libertad” sitzt man entspannt mit Blick auf das Kloster San Francisco, das in Steingrau, Gelb und Ocker gehalten ist und auf den fast rosafarbenen Palast des Marquis de la Quinta Roja, das heute ein romantisches Hotel ist.

Plaza de la Libertad in Garachico Palast des Marquis de la Quinta Roja

La Guagua der TITSA

Teneriffa ist anzumerken, dass es auf halbem Weg nach Südamerika liegt. Viele der Insulaner verließen früher die Heimat, um ihr Glück in den Kolonien der Neuen Welt zu suchen. Der Eine oder Andere kehrte reich nach Teneriffa zurück, Herrenhäuser im Norden sind ein Beweis dafür. Die Heimkehrer brachten nicht nur viel Geld, sondern auch interessante neue Wort-Begriffe mit: Das Wort für Bus ist so ein Beispiel. La guagua nennen ihn die Tinerfeños, so heißt er auch auf Kuba - das hochspanische autobús verwenden hier nur Touristen.

Nuestra Senora de la Puntualidad :-)Einer dieser Guaguas, die Linie 102 fährt von Santa Cruz nach Puerto de la Cruz und umgekehrt, ein moderner, klimatisierter Reisebus der TITSA. Er schließt am Busbahnhof auf die Minute pünktlich die Türen und fährt los. “Das ist ja wie zu Hause”, denkt man, weil man etwas anderes erwartet hat, und ist fast ein wenig enttäuscht, bis der Blick auf ein Bildchen direkt über dem Busfahrer fällt. Darauf ist die Schutzheilige Nuestra Senora de la Puntualidad - unsere liebe Frau der Pünktlichkeit - abgebildet. Aha, deswegen also.

 

T.E.A. in Santa Cruz de TenerifeEine Fahrt durch die abendlichen Straßen der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife, führt am neuen Kunstzentrum T.E.A. vorbei, das die schweizer Stararchitekten Jaques Herzog und Pierre de Meuron gebaut haben und das mit anspruchsvollen Ausstellungen - vor allem kanarischer Künstler - seinen internationalen Rang sichtbar macht. Plaza de España in Santa Cruz de TenerifeDas schweizer Duo gestaltete auch die Plaza de España komplett neu, mit einem Salzwasser-Brunnen und Pavillons aus Lavagestein. Schon länger protzt das kühn geschwungene Konzerthaus von Santiago Calatrava am Hafen. Eigentlich möchte man mehr Zeit haben für all dies, denn – wie schon gesagt - Teneriffa ist weitaus mehr, als ein Zufluchtsort vor der winterlichen Kälte in Deutschland.