Die Beschreibung “Insel des ewigen Frühlings” trifft auf den Süden nicht ganz so zu, wie für den Norden. Mit 3100 Sonnenstunden hat der Süden von Teneriffa etwa doppelt soviel Sonnenstunden wie etwa Puerto de la Cruz. Die Temperaturen sind eher sommerlich.
Bis vor 60 Jahren war die Südregion wegen der lebensfeindlichen Umstände - kein Wasser oder unfruchtbarer Boden - kaum bewohnt. Die Guanchen haben sich hier trotzdem angesiedelt, weil hier die Küsten im Gegensatz zum Norden flach sind. Die Guanchen kannten keinen Bootsbau und der Fischfang ist hier einfacher. Im Norden geht es direkt am Ufer noch mal bis zu 4.000 Metern steil bergab bis zum Meeresgrund.
Seitdem in den nördlichen Ländern die “gesunde Bräune” als Beweis dafür gilt, dass man sich etwas leisten kann, wurde der Süden von Teneriffa zur Goldgrube. Das Land durfte ohne aufwendige Genehmigungen einfach und schnell bebaut, und damit ganze Touristenstädte neu erschaffen werden. Die Strände wurden von großen Steinen befreit, künstlich bewässerte Grünanlagen gepflanzt (in vom Norden mit Lastwagen hergebrachter Erde) und schon konnten jährlich 3 Millionen Urlauber in der Sonne brutzeln. Die Bautätigkeit ist bis heute nicht zu Ende. Der Ausbau der Wüste zur größten Urlaubsoase der Insel geht weiter.
Die dabei entstandenen Städte sind nicht vergleichbar mit den alten Orten. Es fehlt das gewisse Etwas. Dafür ist alles vorhanden, was der Badeurlauber erwartet. Alle Sportarten sind möglich, noble und weniger noble Geschäfte laden zum Kauf ein, unzählige Restaurants, Bars und Diskotheken buhlen um ihre Gunst, Vergnügungs- und Erlebnisparks erwarten sie. Besonders im “Winter”, wenn es auf Mallorca zu kalt ist, herrscht auf Teneriffa mit seinen Temperaturen über 20 Grad Hochbetrieb.
Der Südosten der Insel, wo unter anderem die Städte Candelaria, Güímar, Porís de Abona und El Médano liegen, hat den Umbau zur Urlaubsregion noch vor sich. Vereinzelt wachsen aus der Wüste Feriensiedlungen heraus. Nachdem das Bauen in die Höhe eingeschränkt wurde sind diese meistens nur drei Stockwerke hoch. Ein angenehmer Anblick.

