Die Insel Gran Canaria ist von Teneriffa aus gesehen, die erste Insel der östlichen Nachbarprovinz, die den Namen der Inselhauptstadt Las Palmas de Gran Canaria trägt. Zu dieser Provinz gehören neben Gran Canaria die Inseln Lanzarote und Fuerteventura sowie die “Mini-Inseln” La Graciosa, Alegranza, Montaña Clara, Roque del Este, Roque del Oeste und Los Lobos.
Zwischen den Inseln Teneriffa und Gran Canaria herrscht eine kaum zu überbietende herzliche Rivalität und der Kampf um die Führungsrolle dauert schon Jahrhunderte. Noch hat irgendwie Teneriffa die Nase vorn. Aber Gran Canaria holt langsam aber sicher auf. Lange Zeit hatte Gran Canaria keine eigene Universität. Seit 1990 gibt es in Las Palmas eine. Weil keine der beiden rivalisierenden Inseln auch nur ein Stückchen nachgibt, schwelt der Streit, wer wohl die Hauptstadt der Kanarischen Inseln und den Regierungssitz beherbergen soll, munter weiter. Denn die Kanarischen Inseln bestehen zwar aus zwei Provinzen, bilden zusammen jedoch eine Autonome Region. Aus kostengründen ist der Regierungssitz auf Gran Canaria und das Parlament tagt auf Teneriffa.
Die Größe der Insel wird mit 1.565 km² angegeben, die Einwohnerzahl mit 830.555. Die Hauptstadt Las Palmas ist eine Großstadt, in der fast 380.000 Menschen wohnen. Die Stadt hat den größten Hafen der Insel und der Flugplatz ist in der Nähe. Es gibt Villenviertel und Slums und sie ist ein Eldorado für Drogenhändler. Las Canteras ist die Strandpromenade der Stadt. Hier flanieren fast nur die Einheimischen entlang.
Im ältesten Viertel der Stadt, Vegueta, dem früheren Wohnsitz der Aristokratie, ist alles vom spanischen Kolonialstil geprägt. Dort steht auch die Kathedrale und das Kolumbus-Haus nebst Museum. Es gibt allerdings Historiker – natürlich von Teneriffa – die behaupten, Kolumbus hätte die Insel nie betreten.
Im Süden der Insel spielt sich das Leben der Touristen ab. Jährlich kommen etwa 2,9 Millionen Urlauber in die Orte San Augustin, Maspalomas und Playa del Inglés und lassen etwa 2,6 Milliarden Euro hauptsächlich in den fast 1.000 Restaurants und 300 Diskotheken. Etwa 12 Prozent davon sind Schwule und Lesben, die knapp 20 Prozent des Umsatzes generieren. Die meisten bevorzugen Maspalomas, weil man in den Dünen dort ziemlich ungestört ist. Ein Hotelgürtel trennt den Strand vom Ort. Die meisten Urlauber verlassen ihr “Ghetto” nicht und es entgehen ihnen die wahren Schönheiten der Insel.
Das Innere der Insel ist mit uralten Wäldern bewachsen. Eine Berggruppe mit dem “Pico de las Nieves” (1.949 Höhenmeter) sowie Cruz de Tejeda, Roque Bentaiga und Nublo bieten einen atemberaubenden Ausblick. Im Winter können die Höhenlagen des Gebirges durchaus mit Schnee bedeckt sein. Wie auf den anderen Inseln des kanarischen Archipels herrschen auf Gran Canaria auch im Winter frühlingshafte Temperaturen. Mehr Infos hier unter: grancanaria.com.


