Der “Insel-Knigge”

Teneriffa ist vielfältig. Das trifft auch auf seine Einwohner zu. Wer sich hier nicht daneben benehmen will, sollte das eine oder andere dann doch besser beachten.

Der Canario

ist eher von ruhiger Natur. Die Hektik der Spanier von der “Peninsula” ist ihm fremd. Man sollte den Canario möglichst nicht als Spanier bezeichnen. Ein Teil von ihnen nimmt das ziemlich übel. Auch um Leute, die alles besser wissen wollen, macht er einen großen Bogen.

Die Siesta

Da die Siesta inzwischen  immer weniger eingehalten wird und eine ständige Übermüdung der Menschen die Folge ist, so die spanische Regierung, wird inzwischen sogar erwägt, sie per Gesetz durchzusetzen. Die wenigsten Arbeitnehmer haben die Möglichkeit die Siesta zu Hause zu verbringen und kommen daher sowieso nicht zu einem Nickerchen. Die Folge ist, die Arbeitnehmer kommen spät und abgearbeitet nach Hause, und darunter leidet dann das Familienleben. Die meisten Geschäfte schließen zwischen 14 und 17 Uhr. Die großen Ladenketten, haben den ganzen Tag über geöffnet. Nach Ende der Siesta wird meistens noch bis 20 Uhr gearbeitet. Ämter und Banken öffnen meist von 9-14 Uhr.

Pünktlichkeit

Eine Sprachbesonderheit haben sich die Canarios zueigen gemacht: Mañana (Morgen) bedeutet nicht unbedingt Morgen oder morgen, sondern irgendwann später in einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft. Und hört man gar Mañana, Mañana, dann sollte man das unbedingt noch schnell klären!

Kleidungsordnung bei der Arbeit

Im geschäftlichen Alltag sind Anzug und Hemd selbstverständlich. Sommerkleidung sollte man nicht bei Geschäftsterminen tragen. Das gilt auch für Frauen. Wenn große Hitzewellen (Calima) herrschen, gelten Ausnahmen, und man kann die Krawatte und den Sakko zu Hause lassen. Das ist auch wirklich nur bei einer absoluten Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius und das über mehre Tage hinweg der Fall.

Essen und Trinken auf der Insel

Das Frühstück (Desayuno) fällt normal bescheiden aus und besteht meist nur aus einer Tasse Kaffee und einem Keks. Wird das Frühstück unterwegs eingenommen, dann kann es auch eine heiße Tasse Schokolade und eine Portion kalorienhaltiger Churros (in Fett ausgebackenes Spritzgebäck) als Start in den Tag sein. Das Mittagessen (la Comida), wird zwischen 14 und 15 Uhr eingenommen und kann sich über Stunden hinziehen. Übrigens wäre es undenkbar, Paella abends zu essen (das tun nur Touristen), diese kommt mittags auf den Tisch. In vielen Familien ist es außerdem Tradition, dass die Paella vom Mann des Hauses zubereitet wird.

Wer zwischen Mittagessen und Abendessen etwas Kleines für zwischendurch braucht, und zu Kaffee und Kuchen greift, nimmt eine Merienda zu sich. Das Abendessen, (la Cena), beginnt spät, meist ab 21:00 Uhr. Während in Gebieten, in denen viele Touristen unterwegs sind, frühes Essen kein Problem ist, kann es im Hinterland durchaus zum Problem werden.

Beim Essen

Der Spanier isst grundsätzlich alles mit Brot, was Spaßvögel schon zu dem Spruch verleitet haben, auch Brot würde grundsätzlich nur mit Brot gegessen. Natürlich gibt es auch hier Unterschiede und gesellschaftliche Wandlungen, aber Brot gehört meist dazu.

Zum Essen gehört Wasser, aber nur ohne Kohlensäure.

Unhöflich ist es, den Teller leer zu essen. Das heißt hier auf Teneriffa, dass man noch Hunger hat und einen Nachschlag vom Gastgeber erwartet. Ein Anstandsrest gehört also auf den Teller.

Eine Einladung zum Essen wird mit einer Gegeneinladung beantwortet.

Trinkgeld

Es ist nicht üblich aufzurunden, man erhält die Rechnung meist auf einem kleinen Teller oder einem Brettchen. Darauf legt oder klemmt man die Scheine fest. Der Rest kommt dann zurück und dann lässt man einfach den angemessenen Betrag als Trinkgeld darauf zurück. In Restaurants gelten fünf bis zehn Prozent als Faustregel.

Die Rechnung

Die Rechnung lässt man sich in Spanien nicht aufschlüsseln. Geht man also in einer größeren Truppe zum Essen, wird die gesamte Summe von einem komplett übernommen und der Betrag dann nachträglich untereinander abgerechnet - getrenntes Zahlen ist hier absolut unüblich!

Kinder

Teneriffa ist kinderfreundlich. Das heißt zum einen, dass man seine Kinder auch ohne Probleme abends mit in ein Restaurant nehmen kann, aber man sollte sich dann auch nicht an Kinder im Restaurant stören. Im Sommer, wenn die Kinder fast drei Monate Ferien haben, sind die Kinder dann auch bis spät in der Nacht mit dabei, vor allem bei den Fiestas und Patronats-Festen.

Teneriffa Information

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