Was versteht man unter Time-Sharing?
Man erwirbt damit ein alljährliches Nutzungsrecht für eine Ferienwohnung für eine oder mehrere Wochen. Die Werber, die sie ansprechen, nennen das “Eigentum an einer Ferien-Woche” oder einfach “Ferien-Eigentum”. Das geht rein Rechtlich gar nicht, weil man weder an einer Woche, noch an Ferien ein Eigentum erwerben kann. In Wahrheit ist es ein langfristiger Mietvertrag bei dem der Mietzins weit im Voraus bezahlt werden muss. Auch wenn man das Ganze im spanischen Grundbuch eintragen lassen kann, erwirbt man kein Recht an der Immobilie. Diese Geschäfte, die mit Nutzungsrechten an Ferienimmobilien gemacht werden, sind dubios.
Die Verbraucherzentralen aller europäischen Länder warnen dringend vor dem Erwerb nutzloser Nutzungsrechte an Ferienimmobilien in den südlichen Urlaubsregionen. Wie immer stehen ganze Kolonnen von Werbern in den Fußgängerzonen und verwickeln die Urlauber mit betrügerischen Gewinnspielen und Geschenken, die sie nie bekommen werden, in ein Verkaufsgespräch, das mit dem Besuch einer Ferieanlage und vierstündiger Gehirnwäsche endet. Es soll sogar vorkommen, dass man ihnen Alkohol in den angebotenen Orangen-Saft kippt, nur um sie gefügig zu machen. Das Rücktrittsrecht (wenn überhaupt existent) wird durch ein Datum von vor zwei Wochen egalisiert.
Und die Kosten?
Für eine Woche zahlen sie im Schnitt bis zu 15.000,– Euro, manchmal auch mehr. Dann wird ihnen die Mitgliedschaft in einer so genannten Tauschbörse ans Herz gelegt. Damit sollen sie weltweit angeblich mit anderen Menschen ihre Rechte tauschen können, kostet 150,– Euro. Kommt der Tausch zustande, sind die nächsten 150,– Euro fällig. Verwaltungs- und Reinigungskosten kosten jeweils 200,– Euro, also zusammen 400,- Euro – merken sie was?
Diese Kosten fallen an, egal ob sie die Wohnrechte nutzen oder nicht. Erfahrungsgemäß steigen diese Kosten auch noch jährlich. Für die entgangenen Zinsen für die Kaufsumme und den Kosten für das Ganze können sie auch einen Pauschal-Urlaub auf Teneriffa machen.
Deshalb raten die Verbraucherzentralen, den Werbern und Schleppern einfach keine Beachtung schenken. Das ist in dem Fall sicher nicht unhöflich. Gehen sie davon aus, niemand hat, heutzutage besonders, was zu verschenken. Wer sie am selben Tag zur Unterschrift nötigen will, hat Dreck am Stecken. Wer es ehrlich mit ihnen meint, lässt ihnen Bedenkzeit. Jeder seriöse Verkäufer gibt ihnen die Unterlagen mit nach Hause. Wer ihnen die Zeit nicht lässt, den Betrag von Deutschland zu bezahlen und darauf dringt, dass sie möglichst am gleichen Tag bezahlen ist ein Betrüger.

Hüten Sie sich auch vor den Urlaubs-Clubs oder Vacacion-Club und Holiday-Packs.
Meistens bezahlen nur für die Mitgliedschaft in einem Ferien-Club, der oft überhaupt nicht existiert oder ausgerechnet zu Ihrer Urlaubszeit nichts zur Verfügung hat. Ganz neue Masche ist der Erwerb eines Anspruchs auf die Buchung eines Urlaubs, anstelle eines Urlaubsanspruchs. Man beachte den kleinen Unterschied und lässt die Finger davon. Das gilt auch für “Cashback-Programme”. Sie können sicher sein, dass sie nach der Wartezeit keinen Pfennig wieder sehen werden.
Vor einer anderen Masche, deutsche Touristen zu betrügen, warnt das Bundeskriminalamt (BKA) Teneriffa-Urlauber: Bislang sind zahlreiche Fälle bekannt geworden, in denen bei deutschen Polizeibehörden Anzeigen gegen eine wahrscheinlich aus Deutschen und Franzosen bestehende Tätergruppe erstattet wurde. Die Tatverdächtigen bieten sich als Verkäufer von Wohneigentums-Anteilen an, “kassieren” aber nur die Vorauszahlungen. In wie vielen Fällen deutsche Touristen tatsächlich Geldbeträge gezahlt haben und wie hoch der bislang entstandene Schaden ist, konnte noch nicht festgestellt werden.
Auf den Kanarischen Inseln haben viele Deutsche Ferieneigentum im “Timesharing”-Modell erworben, also Nutzungsrechte für Wohnimmobilien während bestimmter Wochen eines Jahres. Sollen solche Nutzungsrechte weiterverkauft werden, treten die Täter unter einem Firmennamen an die Verkäufer heran und bieten die Abwicklung des Verkaufes an. Für die Vermittlungstätigkeit wird die Überweisung von Notarkosten auf ein bestimmtes Konto gefordert. Der Verkauf kommt nicht zu Stande, das Geld wird von den Tätern einbehalten. Eine andere Variante der Betrügereien besteht darin, dass die Täter für den Verkauf vorab eine Vermittlungsprovision verlangen, die bei Abschluss des Vertrages durch den Käufer zurückgezahlt oder, falls es nicht zum Verkauf kommt, vom angeblichen Vermittler zurück erstattet werden soll. Den Personen, die ihre Anteile verkaufen wollten, wurden “Anmeldungen zum Verkauf” übermittelt, in denen sie darauf hingewiesen wurden, dass in der erste Woche DM 907,– für “Marktsondierung und Wiederverkauf” und DM 528,– für die Folgewochen zu zahlen seien. Auch dabei behielten die Täter das Geld ein, ohne für einen Verkauf tätig zu werden.
Abschließend soll nur noch gesagt werden: seien sie vorsichtig, wenn ihnen im Urlaub etwas geschenkt werden soll. Die Leute, die etwas schenken ohne Gegenleistungen zu erwarten sterben aus, oder sind schon ausgestorben. In Deutschland stehen sie ja auch vor dem Kühlregal und überlegen, ob sie das Stück Butter für 2,– Euro kaufen sollen – oder nicht.
Dann wird ihr Urlaub auf Teneriffa erholsam und unvergesslich im positiven Sinne.
Übrigens, sollte es doch eine Firma geben, die es ehrlich mit den Mitmenschen meint, und mir das beweisen kann, für die mache ich hier kostenlos Werbung.
