Nach reiflicher Überlegung haben wir uns nicht dazu entschließen können, Vorschläge für Wanderungen im Service-Teil aufzunehmen. Es ist schwer, immer auf dem neusten Stand zu sein. Meistens verändert die Natur Wanderrouten und, ganz selten, auch mal die Behörden. Es gibt aber auf der Insel viele professionelle Wanderführer, bei denen Sie in den besten Händen sind. Exkursionen auf eigene Faust empfehlen wir Ihnen nicht. Zu groß ist die Gefahr, dass Sie oben in der Höhe in Bedrängnis geraten. Es wird bei der Planung unten am warmen Strand und besonders zu Hause auf dem Sofa meist vergessen, dass bei Temperaturen um die 25 Grad an den Stränden von Teneriffa gleichzeitig im minus 15 Grad im Gebirge herrschen können.
Für diejenigen, die es trotzdem versuchen wollen, haben wir ein paar Grundregeln aufgeschrieben.
Weiter unten finden Sie auch die Daten von Wanderführern mit ihren Angeboten.
Schon wenig abseits vom Rummel und dem Autoverkehr öffnet sich eine neue, interessante Welt. Den meisten bleibt sie hinter der touristischen Fassade verborgen. Die Stille und die Unberührtheit der Insel erlebt nur der, welcher bereit ist, gewohnte Pfade zu verlassen.
Teneriffa vereint auf 2.057 Quadratkilometern eine Fülle von Kontrasten: flache Sandstrände, fruchtbares Bauernland und herrliche Wälder, bizarre Steilküsten, wildromantische Schluchten und samtgrüne Berge, eine erstarrte Lavawüste in den Cañadas und als Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes der alles Überragende, 3.718 Meter hohe Teide, der im Winter schneebedeckt ist. Der Reichtum der Flora entspricht der so differenten Landschaft. Ein Drittel der Pflanzen ist endemisch; das heißt, sie sind nur auf Teneriffa zu finden. Im Norden grünt und blüht es, weil fast täglich die Passatwolke für Schatten und Feuchtigkeit sorgt. Der Süden dagegen bezahlt seinen ewigen Sonnenschein mit einem kargen Hinterland. Machen Sie sich die Freude und erkunden Sie das Innere der Insel - am Besten - wie gesagt - mit einem Wanderführer.
Achten Sie für Gebirgswanderungen auf entsprechende, wärmende Kleidung, robuste Schuhe, einen Regenschutz und auf ausreichend Mineralwasser im Rucksack. Die ICONA (Instituto Nacional para la Conservación de la Naturaleza) hat in den letzten Jahren viel dafür getan, die Insel flächendeckend mit Wanderrouten und Forst-Straßen zu überziehen. Im Orotava-Tal und im Anaga-Gebirge ist man schon weit fortgeschritten. Es gibt im Handel auch schon Wanderkarten. Die Geographische Abteilung des Heeres in Santa Cruz de Tenerife, Plaza Weyler verkauft gegen Vorlage des Reisepasses ihre Messtisch Karten im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000. Mit den Bussen der TITSA kommen Sie an fast jeden Ausgangspunkt einer Wanderroute. Manchmal hilft nur ein Mietwagen. Hier bekommen Sie einen.
Neben den in Europa allgemein gültigen Wanderregeln muss auf Teneriffa noch auf folgende Besonderheiten geachtet werden:
Oft führt eine Wanderung durch mehrere Klimazonen. Dem muss die Ausrüstung gerecht werden. Bis zu einer Meereshöhe von 200 Metern befindet sich der Wanderer in der gemäßigten Küstenzone, kommt darüber (bis etwa 800 Meter) in die schon kühlere Ackerbauzone, darüber in die Baumheide und später der Kiefernwälder (bis 1.900 Meter), in der schon gegen Mittag oft Wolken aufsteigen und alles in dichten Nebel hüllen. Darüber hinaus beginnt dann die sehr trockene und meist sonnige Hochgebirgszone mit ihren tagsüber warmen und abends ziemlich kühlen bis kalten Temperaturen. Die besonderen Klimaverhältnisse von Teneriffa - subtropische Regenfälle, schnelles Wachstum aller Pflanzen und häufiger Steinschlag oder Erdrutsch - bringen es mit sich, dass Wege sich in kürzester Zeit grundlegend verändern und daher in ihrer Führung schwer zu erkennen sind. Der Wanderer muss daher damit rechnen, dass er die in seinem erworbenen Wanderführer beschriebenen Wanderwege in veränderter Form vorfindet.
Die meisten Wanderungen führen durch sehr einsame Gegenden in denen es nicht möglich ist, im Notfall Hilfe herbeizuholen. Handy Empfang ist nur selten gegeben. Die Rettung kann oft nur per Helikopter erfolgen. Muten Sie sich nur zu, was Ihr Gesundheitszustand hergibt. Grundsätzlich sollten Sie niemals alleine und nur mit einer Landkarte versehen wandern. Ein Kompass leistet wertvolle Hilfe bei der Orientierung. Ganz wichtig ist die gute alte Trillerpfeife - die kann kilometerweit gehört werden.
Da meist die Möglichkeit fehlt, unterwegs die Vorräte zu ergänzen, muss im Rucksack alles enthalten sein, was man braucht. Vergessen Sie auch wichtige Medikamente nicht. In der Hochgebirgszone brauchen Sie mehr Trinkwasser als sonst. Zusammen mit Honig ist das der ideale Energiespender. Ganz wichtig: Gehen Sie niemals bei starkem Wind. In den höheren Lagen der Gebirge sind Windgeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern keine Seltenheit. Bei verpassten Abzweigungen gehen Sie immer zurück zum letzten bekannten Punkt; niemals auf “Gut Glück” in unbekanntes Gelände! Das gilt besonders für Barrancos (Schluchten) - diese können leicht zur Falle werden: Der Abstieg ist zunächst einfach; man vergisst jedoch, dass Stufen, über die man leichtfüßig hinuntergegangen ist, sich für die Rückkehr als zu hoch erweisen. Nach Regenfällen sollten Sie die im Führer ausgewiesenen Wanderungen in Barrancos meiden. Plötzliche Wassermassen können über Sie hereinbrechen.
Merken Sie sich bei Zielwanderungen besondere Orientierungspunkte für den Rückweg. Das Gelände ist oft sehr unübersichtlich und birgt die Gefahr, dass man den Rückweg nicht mehr erkennt. Wege, die zugewachsen sind, bieten auf dem Rückweg besondere Schwierigkeiten. Gut ist, dass Sie sich auf der Insel vor gefährlichen Tieren nicht fürchten müssen. Es gibt weder giftige Schlangen noch Skorpione und auch keine gefährlichen Insekten. Größere Eidechsen, die vorübereilen, sind völlig harmlos. Für alle Wanderungen gilt, Sie benötigen Bergschuhe mit einem guten Profil und festem Knöchelschutz. Das Geröll liegt häufig auf hartem Untergrund und stellt eine erhöhte Rutschgefahr dar. Besonders vorsichtig muss man beim Absteigen sein - in der Lava rutscht man leicht. Faustregel: langsam und mit Bedacht absteigen und hinsehen wohin man tritt. Im Klima von Teneriffa ist nach Regenfällen der Pflanzenwuchs besonders üppig und die Wege sind schnell überwuchert und die Orientierung fehlt. Unwetter können Steinschläge und Felsabbrüche verursachen. Wege sind oft unpassierbar. Manchmal ist eine Umkehr unvermeidlich. In den Wanderführern werden oft alte Dreschplätze als Orientierungspunkte erwähnt. Sie sind durch ihre kreisrunde Form und ihre Einfassung mit Natursteinen schon von weitem sichtbar und helfen dem Wanderer sich zurechtzufinden. Wenn Sie diese Ratschläge beachten, kann Ihnen das Wandern auf Teneriffa viel Freude bereiten. Dann wäre der Zweck dieses Beitrages erfüllt.
Für den passionierten Wanderer ist es wichtig, eine Unterkunft zu haben, von der er problemlos seine Touren beginnen kann. In der Regel bevorzugt er ein Haus, das abseits der “Teutonen-Grills” (Strände) liegt. Sehen Sie mal hier nach: Apartamentos San Antonio in Icod de los Vinos.
Weitere interessante Informationen zum Thema erhalten Sie auch auf den folgenden Seiten, die wir sehr empfehlen:
http://www.aventura-wandern.de
http://www.wandern-teneriffa-info.de (eine Info-Seite rund ums Thema)
http://www.teneriffa-wandern.eu (ein Blog)
Sie können sich auch direkt per eMail an : info@aventura-wandern.de wenden.
Geführte Wanderungen gibt es z.B. auch hier:
http://www.derwanderstab.de/
http://www.teneriffatouren.com/
http://www.wanderfamily-gregorio.eu/ (fernsehbekannt)
