Wer sich als Kenner der kanarischen Küche bezeichnen will, der bestellt im Restaurant zu seinem Eintopf oder der Suppe Gofio dazu. Schon den Guanchen war Gofio ein Begriff. Lange war das “Brot der Armen” fast in Vergessenheit geraten. In der heutigen Zeit wo “back to the roots” modern ist, wo gesunde Ernährung in ist, findet man Gofio im Haushalt, im Restaurant und im Lebensmittelladen wieder.
Früher nur aus Gersten-Mehl gemacht, wird es heute wegen der besseren Verdaulichkeit aus Mais und Weizen gewonnen. In Gofio-Mühlen wird das Getreide bei 160 Grad geröstet. Man kennt die Stufen schwarz, mittel und normal. Nach dem abkühlen wird das Geröstete gemahlen. Mit oder ohne Salz, das ist Geschmackssache.
Einstmals war Gofio die Hauptmahlzeit der Hirten. Im Ziegenlederbeutel, dem Zurrón, trugen es die Hirten mit sich. Bei Bedarf wurde Wasser oder Ziegenmilch in den Beutel gegeben und die Masse so lange geknetet, bis Klümpchen oder Bällchen entstanden, die dann gegessen wurden.
Der Eine mag es – der Andere mag es nicht. Sättigend ist es allemal. Von den Tinerfeños wird Gofio auch als “kanarischer Beton” bezeichnet. Andere sagen ihm nach: “Gofio gibt uns die Kraft wieder, die uns unsere Frauen rauben”. Probieren sie es doch gleich mal aus.
