Im Jahr 1402 begann Jean de Béthencourt mit der Eroberung der Kanarischen Inseln. Zu Ende brachte es dann ein als ehrgeizig und rücksichtslos bekannter Adalusier: Alonso Fernández de Lugo. Sechs Jahre dauerte der Feldzug gegen Gran Canaria. Jetzt fehlten die Gelder für einen Angriff auf La Palma und Teneriffa. Genueser Unternehmer unterstützten de Lugo und so nahm er 1492 La Palma im Handstreich ein.
Zwei Jahre später landete er mit 1.000 Mann beim Barranco de Acentejo – heute als La Matanza (das Massaker) bekannt in der Nähe von Puerto de la Cruz. Er geriet in eine Falle der Guanchen, erlitt eine empfindliche Niederlage und entkam mit ein paar Soldaten dem Inferno. 1495 kam er mit noch mehr Einheiten auf die Insel zurück und konnte sie einnehmen. Dieser Sieg war aber nur deshalb möglich, weil die Guanchen-Stämme sich untereinander Stritten. Die entscheidende Schlacht fand auf freiem Feld statt im heutigen La Victoria (der Sieg) statt. Angeblich sollen 2.000 Guanchen durch die Armbrüste der Spanier zum Opfer gefallen sein.
Seine Geldgeber wurden durch großzügige Land- und Wasserrechte belohnt. Der Norden von Teneriffa wurde von de Lugo mit lukrativen Zuckerrohr-Plantagen eingerichtet. 1498 heiratete er Beatriz de Bobadilla, die angeblich die Geliebte von Kolumbus und praktischerweise die Gräfin von La Gomera war. De Lugo starb mit 69 Jahren und hatte bis dahin ein beträchtliches Vermögen zusammengerafft.
Für die “Glücklichen Inseln” begann ein neues Zeitalter.

