Die maurische Architektur Portugals und Andalusiens (beides auf der Iberischen Halbinsel) prägte die traditionelle Architektur von Teneriffa. Mehrere Jahrhunderte beeinflussten arabische Königreiche auf der Halbinsel Architektur, Wissenschaft und Kunst. Nachdem die Goten (die Spanier) die Gebiete zurück erobert hatten, mussten die Mauren fliehen oder zu Christen werden.
Sonst drohte ihnen Folter und Tod durch die Inquisition. Die Mauren, die sich taufen ließen, nannte man Mudéjars. Auf der Grundlage der maurischen Architekten wurde ihr Baustil Mudéjarstil genannt. Diese Bezeichnung findet man in fast jeder Beschreibung einer Kirche wieder. Der Baustil entspricht am Besten den klimatischen Verhältnissen auf der Insel. Die typischen Elemente dieses Baustils sieht man in den Altstädten z.B. von La Orotava, Garachico oder La Laguna.
Der Mudéjarstil hat folgende Merkmale:
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Sprossenfenster zum Schieben (Straßenseite). Die Fensterläden sind innen liegend;
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geometrische Muster auf den farbigen Wand- und Bodenfliesen;
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dicke Wände aus Bruchstein aufgeschichtet (ohne Mörtel) und verputzt;
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die Steine für die Hausecken und Portale bleiben als Schmuck frei von Verputz;
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umlaufende Balkongeländer, Fenster und Türen aus Holz sind reich verziert;
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das Gebäude hat einen Patio (Innenhof) mit Galerien aus Holz;
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Balkone mit aufwändigen, meter hohen Gitterwerk aus Holz. So konnten die Frauen ungesehen und ohne zu viel Sonne das Geschehen auf der Straße beobachten. In der Altstadt von La Orotava kann man noch viele solche Balkone entdecken.
Der Vulkan hat viele natürliche, farbige Baustoffe zur Verfügung gestellt, sodass ein eigener inseltypischer Baustil entstehen konnte. Roter Trachit wurde als Schmuck für Portale verwendet. Gut zu sehen am Rathaus von La Laguna. Der graue Phonolith war wegen seiner glatten Brüche als edle Fassadenverkleidung begehrt (Palacio Nava, La Laguna). Im Museum von Garachico kann man studieren, wie kanarische Künstler einen Mosaikboden aus vom Atlantik rund geschliffenen Steinen geschaffen haben.
In den letzten Jahrhunderten folgten dann in den jeweiligen Epochen Barock, Neoklassizismus und Moderne, was man an vielen öffentlichen und privaten Bauten, die nicht zum kanarischen Baustil gehören, erkennen kann.











