Drachenbaum

- Sitz der guten Geister

LadonDer griechische Mythos weiß zu berichten: “Nymphenartige Wesen, die Hesperiden, saßen im äußersten Westen im Göttergarten, hüteten zusammen mit dem hundertköpfigen Drachen Ladon den Baum mit den goldenen Äpfeln, die dann Herakles rauben wollte”.

HesperidenDer äußerste Westen – jenseits des Okeanos- das könnten die Kanaren gewesen sein. Der Baum, aus dessen Rinde roter Saft quillt, dessen Blätter wie Schwerter aussehen (oder wie Drachenzungen?), damit könnte der Drachenbaum gemeint sein. Soweit die Interpretation.

 Der Beweis, dass es den Drachenbaum (Dracaena draco) schon im Teritär gegeben hat, sind Versteinerungen. Das könnte bis vor 60 Millionen Jahren gewesen sein – soweit die Wissenschaft.

 

 HesperidenJedenfalls den Guanchen, Teneriffas “Alleinherrscher” bis zur Eroberung durch die Spanier, war der Drago heilig. In seinem Stamm, so glaubten sie, hatten die guten Geister Platz genommen. Hier holten sich die Priester Rat von den Göttern, flehten um reiche Ernte und lasen von den Blüten des Baumes das Wetter in der Zukunft ab. Noch bis zum heutigen Tag gibt es Bauern, die im Spätsommer bei starker Blüte voraussagen, dass ein guter Regenwinter zu erwarten ist.

LadonDrachenbäume verholzen nicht und haben keine Jahresringe, die Fasern verflechten sich und die Bäume sind innen hohl. Die abgestorbenen Dragos nahmen die Guanchen als Bienenstöcke und fertigten aus der dicken Außenrinde Schilde an, die sie zur Verteidigung nutzten. Dem roten Baumsaft schrieben die Altkanarier heilende Kräfte zu. Auch wurde das “Drachenblut” zur Einbalsamierung der Toten verwendet. An die Heilkraft des Saftes, der erst mit dem Kontakt der Luft rot wird, glauben auch die Europäer, die das Elixier noch im 19. Jahrhundert importierten um daraus Farben herzustellen. Die Beimengung in der Zahnpasta sollte gesund für das Zahnfleisch sein.

HesperidenDer Weltreisende Alexander von Humboldt, der 1799 auf Teneriffa weilte, berichtete ebenfalls Interessantes. “In Laguna verfertigt man in Nonnenklöstern Zahnstocher, die mit dem Saft des Drachenbaumes gefärbt sind, und die man uns sehr anpries, weil sie das Zahnfleisch konservieren sollten.

Alle berühmten, alten Drachenbäume sehen irgendwie altersschwach aus. Dennoch muss man sich um die Zukunft der Drachenbäume keine Sorgen machen. Überall, wo ein Neubau entsteht, wird ein junger Drago gepflanzt. Er ist die Lieblingspflanze der Inselbewohner geworden.

Teneriffa Information

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