Guanchen

GuancheAls die Kanarischen Inseln im 14. Jahrhundert neu “entdeckt” wurden, waren diese von Menschen bewohnt, deren Herkunft immer noch nicht ganz geklärt ist. Es herrscht lediglich Einigkeit darüber, dass die Inseln seit 2.300-3.000 Jahren bewohnt sind. Aber von wem? Fest steht, dass es verwandtschaftliche Beziehungen zu einigen nordafrikanischen Berberstämmen gab. Eine ganze Reihe der heutigen Ortsnamen auf den Kanaren finden sich ähnlich in Marokko wieder. Das marokkanische Dorf “Ghomara” erinnert an La “Gomera”. Der Name für die Ureinwohner von Teneriffa, der “Guanchen”, wird aus guan (Einwohner) und chinechi (das Wort der Urbevölkerung für Teneriffa) gebildet. Bei der Unterwerfung der Kanarier hat sich niemand der Mühe unterzogen, deren Sprache systematisch zu erfassen. Deshalb ist man bis heute auf eine willkürliche Reihe von Wörtern und unvollständigen Sätzen angewiesen. Spärliche Funde von Schriften harren noch auf Entzifferung.

Los MenceyesDie Theorie, dass die Guanchen aus Nordafrika stammen, festigt sich. Im Jahr 1992 fand man auf Teneriffa eine Inschrift auf Stein, die entziffert werden konnte. Das Zeichen darauf bedeutet Zanata und steht für einen Bund von Berberstämmen welche im 3. Jahrhundert aus ihren nordafrikanischen Siedlungsgebieten verdrängt wurden. Der Verbleib ist bis heute ungeklärt. Gut möglich, dass die Römer, die über die notwendigen Schiffe verfügten, die Stämme auf diese trieben und auf den Kanaren ausgesetzt haben. Diese Stämme galten damals als unbezwingbar. Den Römern waren die Kanaren bekannt.

MenceyTrotzdem muss es noch eine Einwanderungswelle vorher gegeben haben. Im Süden von Teneriffa gab es einen dunkelhäutigen, eher mediterranen Typ von Einwohner. Die meist gemeinten großen, hellhäutigen Bewohner waren im Norden ansässig. Wahrscheinlich gab es aber Vermischungen, denn die Urbevölkerung sprach eine Sprache, hatte dieselbe Kultur und kannte nur einen Mencey (König) mit Namen Beznuriia. Dessen Söhne teilten sich Teneriffa nach seinem Tod. Die weite Hochebene der Cañadas del Teide war das gemeinsame Weideland der Menceyes. Die Namen ihrer menceyatos (Reiche) findet man heute noch als Ortsbezeichnungen oder Regionen: Anaga, Adeje, Abona, Güímar, Daute, Icod, Taoro, Tacoronte, Tegueste.

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