Banane

- El Plátano

Die Banane - El PlátanoDie Bananenpflanze gehört zu den eigenartigsten Pflanzen der Welt und ist mit der papageienhaft  blühenden Strelitzie verwandt. Die Banane ist kein Baum, sondern eine Staude. Und das, was wie ein Stamm aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Zusammenballung von Blattscheiden, die ineinander gefaltet sind. Inmitten dieser Blätter befindet sich an der zwiebelähnlichen Wurzelknolle in Bodennähe ein Vegetationskegel, der sich nach einer Entwicklungszeit von knapp einem Jahr durch den Scheinstamm hindurchzwängt und einen Blütenstamm entwickelt. Ein weiteres Kuriosum ist, das sich an diesem Blütenstand männliche und weibliche Blüten bilden, ohne dass eine Befruchtung stattfindet. Für die Ausbildung der Bananenfrüchte sind die weiblichen Blüten zuständig.

Die männlichen Blüten werden einfach abgeschnitten. Gleichfalls werden die Fruchtknoten an den weiblichen Blüten entfernt. Sie sitzen jeweils am Ende der werdenden Banane. Bis zur Ernte dauert es dann noch zwischen einem viertel und einem halben Jahr. Vorher stützt man die Fruchtstaude noch ab. so dass sie nicht an den Scheinstamm gedrückt wird und vorzeitig fault.

Jede Bananenpflanze bringt nur einmal eine Fruchtstaude hervor. Diese wiegt zwischen 20 und 50 Kilo und trägt zwischen 150 und 300 Bananen. Der oberirdische Teil der Bananenpflanze wird abgeschnitten und dient als Viehfutter. Noch bevor die Vaterpflanze ihr Endstadium erreicht hat, bildet sich am Rhizom bereits der neue Schössling und die Entwicklung geht von neuem los, theoretisch ist das ein endloser Prozess. Auf Teneriffa wächst die Banane nur in einer Höhe von bis zu maximal 400 Metern. Schutzmauern werden nicht wegen der gefräßigen Touristen, sondern zum Schutz der windempfindlichen Pflanze errichtet. Trotzdem lässt der durch die Plantagen fegende Wind, die Blätter zerschlissen aussehen. Das Einreißen der Blätter senkt den Luftwiderstand.

Noch bevor die Bananen ganz ausgereift sind, werden sie abgenommen, weil sie im Endstadium der Reife an Aroma verlieren und für den Transport untauglich werden. Die auf Teneriffa angebaute Zwergbanane ist wegen ihrer dünnen Schale sowieso nicht besonders gut zum Transportieren geeignet. Man wickelt die Stauden sorgfältig in Decken ein  und bringt sie auf Lastwagen in das Packhaus der “Cooperative”. Dort werden sie in “Hände” zerteilt, desinfiziert, nach Güteklassen aufgeteilt und verpackt. Vor den Plastikverpackungen benutzte man zur Auspolsterung die Nadeln der Kanarischen Kiefer. Heute bleiben die Nadeln im Wald liegen und dienen der Verbesserung der Böden, machen aber Waldbrände schwerer löschbar. Von den Genossenschaften werden die abgepackten Bananen nach Santa Cruz de Tenerife zum Hafen befördert und auf Schiffen zu 90 Prozent auf das spanische Mutterland verschifft.

Die ursprüngliche Herkunft der Banane wird in Südasien vermutet. Da ihre Wurzelknolle eine lange Keimfähigkeit besitzt, konnte sie schon in vorgeschichtlicher Zeit leicht auf  Seefahrten mitgenommen, und mit Erfolg verpflanzt werden. Arabische Händler haben sie schließlich  auch dem Abendland bekannt gemacht. Bereits 1510 wurde von portugiesischen Seeleuten die ersten Exemplare nach Teneriffa gebracht. Spanische Kolonisten waren es, die sie von den Kanaren mit in die Neue Welt nahmen, wo sie bald als Plantagenpflanze oder als Nahrungsmittel der Indios heimisch wurde. Von dort kommt heute die Hauptkonkurrenz-Banane für die kanarischen Exporteure.

Der Begriff “Banane” ist übrigens in Südamerika üblich. Hier heißt sie “Plátano”.

Teneriffa Information

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